Von Poesie zu Poesie – Tine von intentines

Von Poesie zu Poesie – Tine von intentines

Ich möchte dir heute Tine von intentines vorstellen. 

Ihr Account ist ein Ort, um zu bleiben. Wie oft nehmen wir uns wirklich die Zeit, um uns umzusehen? In Worten zu versinken? Wirklich hineinzufühlen, was Worte in uns auslösen? In einem reaktiven Zustand gefangen, scrollen wir endlos. 

Heute also mein Appell an dich: Verweile ein wenig, ich bin mir sicher, ihre Worte werden dich in ihren Bann ziehen. 

 

1. Wer bist du und wo kommst du her?

Ich bin Tine, 27 Jahre alt und lebe im wunderschönen Leipzig, das für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Es ist nicht nur mein Zuhause geworden, sondern auch der Ort, an dem meine Inspiration wächst. Manchmal stelle ich mir vor, dass mein Selbst die ganze Zeit auf diese Stadt gewartet hat, denn mit meinem Umzug hierher aus der Kleinstadt, aus der ich ursprünglich stamme, ist meine Kreativität und auch der Mut, damit nach Außen zu gehen, erst so richtig zu Tage getreten.
 

2. Was bewegt dich?

Vor allem Menschen und das, was sie fühlen, erleben, geben, nehmen und welches Geflecht aus Beziehungen, Gefühlen und Situationen sich daraus bildet. Ganz kitschig gesagt, ist die Welt ein Ort, an dem es nie langweilig wird und mich bewegt & begeistert diese Vielfalt des Immerneuen. Außerdem natürlich in großem Ausmaß Musik und Literatur und die Natur.
 

3. Was bedeutet Erfüllung für dich?

Zu dieser Frage kommt mir sofort ein Satz in den Sinn, den einmal ein guter Freund zu mir sagte: Glück ist fühlen. Für mich sind es die Momente, die diese überwältigende Gefühlswucht in sich tragen, in denen ich mich so richtig erfüllt fühle. Und dabei spielt es weniger eine Rolle, ob diese Gefühle nun positiv oder negativ, ob es die kleinen oder großen sind – am Ende ist es dieses präsente lebendig Fühlen. Das kann dann ein tiefes und vertrautes Gespräch mit eine*r Freund*in sein oder eine spontane Karaoke-Session Freitagnacht in irgendeiner WG-Küche zu irgendeinem Britney Spears-Song oder ein Blickkontakt mit einem Fremden.
 

4. Wie / wo / wodurch findest du Inspiration zum Schreiben?

Das finde ich schwer, festzumachen, denn Inspiration ist bei mir immer ein Klickmoment, der ziemlich unvermittelt auftreten kann – deshalb ist die Notizenapp auf meinem Handy auch mein bester Freund. Ich denke aber, dass einige Dinge essentiell sind, damit ich überhaupt in einen kreativen Prozess kommen kann. Dazu gehört Zeit mit mir allein, in der ich meinen Gedanken Raum gebe, zum Beispiel beim Tagebuch schreiben oder Spazieren. Eine große Rolle spielt Musik und andere Bücher und Texte, die ich gelesen habe. Und natürlich die Menschen, denen ich begegne und was sie in mir auslösen – ob nun flüchtig oder nachhaltig.
 

5. Wieso schreibst du?

Weil ich nicht anders kann. Egal wie weit ich zurückdenke, das Schreiben war immer Teil meines Lebens und meiner Identität. Zum Teil liegt das daran, dass mir das Schreiben auch immer selbst Dinge offenbart. Es gibt mir Klarheit. Zum Anderen ist es meine Art des Ausdrucks, mein Weg mich mitzuteilen, der mir die Möglichkeit gibt, über die Grenzen der Kommunikation im Sinne der Interaktion hinauszugehen. Es ist spielen mit Wahrnehmung & Gefühl und gleichzeitig ein Einfangen und Verschieben von Realität. Und am Ende ist es einfach etwas unglaublich erfüllendes, wenn sich Menschen durch meine Worte begeistern können oder verstanden fühlen.
 

6. Worum geht es bei dir?

Um Momente, die festgehalten werden wollen. Solche, die nicht loslassen und die vollgestopft sind mit Gefühlen. Dabei sind es natürlich oft die großen Gefühle und Fragen – Liebe, Schmerz, Identität, Zukunft. Aber auch die kleinen, alltäglichen Situationen, die das Leben so bereit hält.
 

7. Welche Blogs / Instagram-Accounts inspirieren dich?

Oh das ist schwierig, weil es so viele tolle Accounts gibt. Am liebsten lese ich @joanajune_ , @tabeandcoffee & @ein.fuenkchen.kaja , die besten Storys kommen definitiv von @esistschoenso , visuell liebe ich die Accounts von @minnahigh und @artclassified.
 

8. Ein paar deiner Lieblingsbücher.

Olga – Bernhard Schlink
Mittagsstunde – Dörte Hansen
Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Was man von hier aus sehen kann – Mariana Leky
 

9. Was ist deine Lieblingsjahreszeit?

Es gibt diese besondere Zeit im Jahr, wenn der Sommer noch jung ist, Anfang Mai und die ersten warmen Tage ein Hochgefühl über Städte und Menschen legen. Hier gibt es noch keine Erschöpfung von anhaltender Hitze, sondern allein die Vorfreude auf warme Nächte, in denen man mit Freunden und Radler vor dem Späti um die Ecke cornert und die Gewissheit, dass alles, was in den nächsten Wochen passiert, zusammen mit der Sonne passiert. Es ist die Zeit, in der alles mehr Spaß macht, Fahrradfahren, früh aufstehen, Wein trinken, im Park sitzen. Die Zeit, in der das Grün an den Bäumen noch jung ist und mit ihm auch der Sommer. Alles liegt noch vor uns und nicht zurück.
 

10. Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?

Sei ruhig so mutig, wie du dich fühlst.
Nimm dir Raum. Du darfst das.
Probier dich aus, entscheide dich um. Auch das darfst du. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, außer dir selbst. Sei sanfter zu dir.
Leave toxic people behind, hab keine Angst vor dem Alleinsein.
Du bist nicht nur dein Körper, die richtigen Menschen sehen auch das, was darin schlummert.
Du darfst leise sein. Du darfst trotzdem laut sein.

Interview mit Lea Marie

Interview mit Lea Marie – über das Schreiben, Inspiration, das Leben. Das zweite Bloginterview aus der Reihe von Poesie zu Poesie.

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